AlpenZukunft gestalten – Abschlussveranstaltung am 28. April 2016 in Leutkirch
© Biosphäre Entlebuch/CH

AlpenZukunft gestalten – Abschlussveranstaltung am 28. April 2016 in Leutkirch

Mit dem Projekt „AlpenZukunft gestalten“ wird den Auswirkungen des Demografischen Wandels begegnet.

Gefördert wurde es durch das bayerische Umweltministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Nach einer Bestandsaufnahme in unseren deutschen Mitgliedsgemeinden beschäftigten wir uns in mehreren Workshops mit den Themen Wohnen | Bürgerbeteiligung | Mobilität | Nahversorgung | Regionale Kooperationen – jeweils im ländlichen Raum. Einige davon wurden in der Abschlussveranstaltung noch einmal aufgegriffen. Außerdem wurden konkrete Projektergebnisse in zwei Mitgliedsgemeinden vorgestellt – z.B. die Erarbeitung von verbindlichen Rahmenbedingungen für Bürgerbeteiligung Marquartstein. Bürgermeister Peter Solnar betonte die Wichtigkeit des Austausches über die Gemeinde- und Regionsgrenzen hinaus und erzählte, was dadurch in Aschau alles angestoßen wurde.

Prof. Günter Emberger, TU Wien, brachte den Teilnehmern das Thema „Mobilität im ländlichen Raum“ mit allen Facetten nahe. Er rief dazu auf, anstelle traditioneller Lösungen in der Verkehrsplanung neue Wege zu gehen. Eindrücklich zeigte er auf, dass z.B. der Bau von Umfahrungsstraßen nur kurzfristig eine Entlastung bringt. Er verwies auch auf Zusammenhänge zwischen der Stärkung der lokalen Wirtschaft, Schaffung/Erhaltung von Arbeitsplätzen und Verkehrsplanung und betonte die Wichtigkeit von Kundenbefragungen vor der Planung. Fußgänger und Radfahrer sollten mit Tempolimits und baulichen Maßnahmen bevorzugt, PKW-Parkplätze den Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs untergeordnet werden, uws. Mit vielen praktischen Beispielen zeigte er Möglichkeiten für Gemeinden auf.

 

Leutkirch
Leutkirch © Aida

 

Volker Hahn vom Institut für Nahversorgungs Services betonte den sozialen Stellenwert einer funktionierenden Nahversorgung. So kamen in einer Gemeinde nach der Einrichtung des Dorfladens plötzlich weniger ältere Menschen in die Sprechstunde des Gemeindearztes. Nahversorgung hat viele Facetten: Neben dem Einzelhandel geht es auch um gemeinwohlorientierte, soziale, medizinische oder kulturelle Angebote und Dienstleistungen. Er betonte, wie wichtig Bürgerbeteiligung bei der Einrichtung eines Dorfladens sei. Und schließlich erläuterte er verschiedenste Modelle, untermalt mit praktischen Beispielen.

Bürgermeister Rainer Siegele stellte die Initiative „ÖkoBeschaffungsService (ÖBS)“ des Umweltverbands Vorarlberg vor. Gemeinden und öffentliche Institutionen in Vorarlberg werden in der ökologischen Beschaffung verschiedenster Produktgruppen (EDV, Büromaterial, Feuerwehr-Zubehör, Leuchtmittel u.v.m.) unterstützt. Das geht von der Ausschreibung bis zum Angebot im Online-ÖBS-Shop, in dem die Gemeinden dann die Produkte bestellen können.

In der anschließenden Diskussion erzählten die Referenten noch von vielen Beispielen. Es zeigte sich auch, dass Nahversorgung immer eng mit Mobilität verschränkt ist, dass das eine Thema ohne das andere kaum behandelt werden kann.