In Grassau wird an zukunftsfähigen Alpen gefeilt
Kendlmühlfilzen/D © Allianz in den Alpen, Gasser

In Grassau wird an zukunftsfähigen Alpen gefeilt

Die Herausforderungen an die alpine Gesellschaft erinnern an ein verzweigtes Wurzelgeflecht. Sie sind vielschichtig und komplex miteinander verwoben. Die isolierte Betrachtung einzelner Problemfelder läuft Gefahr, kurzsichtig und einseitig zu sein.

Die diesjährige Jahrestagung des Gemeindenetzwerks „Allianz in den Alpen“ (AidA) beschäftigte sich deshalb ganzheitlich mit dem natürlichen und sozialen Lebensraum in den Alpen, vom Klimawandel über Naturschutz bis hin zu Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Über die Zukunft der Alpen und die konkreten Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden diskutierten rund 100 TeilnehmerInnen aus 7 Ländern.

Dass es Mut erfordert, den Herausforderungen zu begegnen, ist klar. So forderte auch Wolfgang Pfefferkorn in seinem Leitreferat die Anwesenden auf, couragiert und zukunftsorientiert zu handeln. Um Lebensqualität auf lange Sicht zu sichern, müsse eine naturverträgliche Gesellschaft über Wachstum und übermässigen Güter- und Rohstoffverbrauch gestellt werden. Pfefferkorn plädierte außerdem für die Wertschätzung aller in einer Gemeinde ansässigen Menschen und deren Ideen. Wichtig sei es auch, den Austausch zwischen den Gemeinden zu fördern und externe Impulse einzubeziehen.

Gemeinden packen an

Vernetzte Gemeinden haben es leichter! Sie könnten von den Erfahrungen ihrer Partner profitieren. Vier Exkursionen vermittelten in Grassau und Umgebung lokale Strategien auf Gemeinde- und Regionalebene. In Workshops konnten die GemeindevertreterInnen ihre eigenen Ideen und Visionen einbringen. Sie diskutierten zu den Themen Klima, Naturraum, soziale Handlungsfähigkeit und regionale Wertschöpfung. Die Ergebnisse aus den Workshops fließen in die zukünftige Arbeit von AidA ein und bestimmen die Themen der nächsten Veranstaltungen. Gleichzeitig bieten sie erste Anhaltspunkte für zukünftige gemeinsame Programme und Projekte.

Programmstart dynAlp-nature

Die Jahrestagung bildete zudem den Rahmen für den Programmstart von „dynAlp-nature“. Das neue dynAlp-Programm wird länderübergreifende Kooperationsprojekte fördern, welche Maßnahmen zum Schutz der Natur – etwa die Schaffung und den Erhalt von Biodiversität, naturnahe Bewirtschaftung von privaten und öffentlichen Grünflächen oder biologische Landwirtschaft – umsetzen.

Gemeinden ernten Beifall!

Bereits umgesetzte Projekte zum Thema Klima konnten während der Tagung bei einer Posterausstellung bestaunt werden. Die vom Programm dynAlp-climate geförderten Gemeinden konnten so ihre wertvolle Arbeit präsentieren und gleichzeitig neu erworbenes Know-How an andere Mitglieder weitergeben.

Das Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“ trifft sich zur nächsten Jahrestagung im Juli 2014 im Zillertal/Österreich.