PEACE_Alps: Von der Theorie zur Praxis
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PEACE_Alps: Von der Theorie zur Praxis

Ein Projekt zur Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel.

Die Kommunen werden seit längerer Zeit aufgefordert, in den Prozessen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel eine Führungsrolle zu übernehmen. Dies gilt vor allem für die Kommunen im Alpenraum, wo sich die Auswirkungen des Klimawandels oft mit bisweilen verheerenden Folgen zeigen. Um diese Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen, haben viele Kommunen strategische Dokumente erarbeitet, wie z. B. die SEAPs und SECAPs oder andere Dokumente zur Energie- und Klimaplanung. Angesichts einer breiten Lösungspalette haben die Kommunen aber oft Schwierigkeiten, konkrete Initiativen und Projekte zur Reduzierung der CO2-Emissionen auf ihrem Gebiet umzusetzen. Dies führt zu ganz unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Kommunen.

Ausgehend von dieser Feststellung wurde im Februar 2016 das Projekt Peace_Alps (Pooling local energy and climate efforts in the Alpine region) ins Leben gerufen, dessen Ziel mittels eines Bottom-Up-Ansatzes die Bestimmung von gemeinsamen Lösungen zur Bewältigung der Schwierigkeiten ist, denen sich viele Kommunen stellen müssen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Arbeitsgruppe des Projektes PEACE_Alps, bestehend aus 11 Projektpartnern aus 6 verschiedenen europäischen Ländern, die strategischen Dokumente zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel von 355 Kommunen analysiert, 186 Interviews geführt und zahlreiche Workshops organisiert, um über innovative Techniken der Vermittlung die Bereiche zu bestimmen, in denen die Kommunen auf die größten Hürden stoßen.

Aus der Studie ging hervor, dass die größten Schwierigkeiten in drei Hauptbereichen auftreten, d.h. Energiebuchhaltung und -management, Reduzierung des Verbrauchs von öffentlichen Gebäuden und Anlagen und die Bestimmung von Maßnahmen zur lokalen Anpassung an den Klimawandel.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: fehlendes kommunales Personal und fehlende spezifische Fachkenntnisse, geringe finanzielle Mittel, eine beschränkte Handlungsfähigkeit oder eine Kombination dieser Faktoren.

Für all diese Interventionsbereiche hat jeder der Projektpartner in enger Zusammenarbeit mit Energie-Ansprechpartnern der beteiligten Kommunen eine Reihe von praktischen Instrumenten entwickelt. Was Energiebuchhaltung und -management angeht, wurde eine Praxisanleitung für die Erhebung der Daten erarbeitet, die erforderlich sind, um die Energiebuchhaltung der Gebäude und der kommunalen Anlagen durchzuführen. Was die Reduzierung des Verbrauchs der öffentlichen Gebäude anbelangt, hat die Partnerschaft einen kostenlosen Beratungsservice zur Erhebung und Analyse der Verbrauchsdaten und zur Erarbeitung eines Sanierungspfads der kommunalen Immobilien eingerichtet. Für die Bestimmung der Maßnahmen zur lokalen Anpassung an den Klimawandel hat die Partnerschaft hingegen in den involvierten Kommunen einen kostenlosen Beratungsservice für die Erarbeitung der Anfälligkeits- und Risikobewertung und die Bestimmung von Anpassungsmaßnahmen eingerichtet.

Derzeit befinden sich die Maßnahmen in der Umsetzung. Die erzielten Ergebnisse werden dann im Alpenraumgebiet durch eine Kampagne zur Anwerbung von neuen Akteuren verbreitet, die an der Umsetzung dieses Ansatzes interessiert sind.

Weitere Informationen zum Projekt sind hier erhältlich.

Das Projekt PEACE_Alps wird vom Alpenraumprogramm INTERREG des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.