Den Demographischen Wandel meistern
Offizielle Aufnahme von St. Kanzian/A im Gemeindenetzwerk (v.l.n.r. Peter Plaimer, Marc Nitschke, Thomas Krainz, Gabriele Greussing, Katharina Kling, Jakob Strauss)

Den Demographischen Wandel meistern

Veranstaltung "Risiken sehen und Chancen nützen. Den Demographischen Wandel meistern – Mobilität und Nahversorgung sichern": Das Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“ bringt GemeindevertreterInnen und Stakeholder aus ganz Kärnten zur Diskussion zusammen. St. Kanzian am Klopeiner See wird neuntes Mitglied der Allianzregion „Südkärnten-Karawanken“.

Lebhafte Diskussion zwischen Workshop-Teilnehmern
Lebhafte Diskussion zwischen Teilnehmern
Die (junge) Bevölkerung in den alpinen Talschaften wandert in die Zentren, denn lukrative Arbeitsplätze fehlen. Überalterung und Geburtenrückgang werden als Bedrohung gesehen. Die Daseinsversorgung ist langfristig gefährdet. Diese Schreckensszenarien werden dem Demographischen Wandel gleichgesetzt.

Dass die Bewältigung des Demographischen Wandels in Kärnten ganz oben steht auf der politischen Agenda bestätigt LHStv. Gaby Schaunig in Ihrer Ansprache zu Beginn der Tagung am 24.04.2015 in St. Kanzian. Es gilt Risiken zu erkennen und kreative Lösungen zu finden. Gleichzeitig ruft sie die anwesenden TeilnehmerInnen zu mehr Optimismus auf und möchte auch die Chancen des Demographischen Wandels nützen. Beispielsweise sieht sie zukünftig eine Generation aktiver Älterer die der Gesellschaft nicht zu Last fallen – sondern im Gegenteil, einen wichtigen Beitrag leisten können.

Auch die Referenten Prof. Günter Emberger von der TU Wien und Karl-Heinz Marent vom Verein für dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung in Bregenz verbreiten gute Ideen und Tatendrang. Emberger ruft dazu auf alte Muster aufzubrechen und Strukturen zu schaffen die nachhaltige Mobilität fördern: die Zentren beleben, Arbeitsplätze in den ländlichen Raum zurückverlagern, Fussgänger und Radfahrer mit Tempolimits und baulichen Massnahmen bevorzugen, Parkplätze den Haltestellen des ÖPNV unterordnen, uvm.

Marent betont, dass ein Dorfladen mehr ist als nur Lebensmittellieferant – vielmehr ein wichtiger Treffpunkt und vielleicht auch die letzte Anlaufstelle in einer Gemeinde. In einem Dorfladen kennt man sich und achtet auf einander: „Wenn Berta bis 10 Uhr nicht da war, wird sie angerufen ob alles ok ist.“ Diese soziale Funktion könnten Gemeinden alleine nicht stemmen, deshalb ist die Förderung der Dorfläden ein wichtiger Schritt Richtung Zukunftsfähigkeit.

In Kärnten wird ab 2015 an einem Mobilitätsmasterplan für das gesamte Bundesland gearbeitet. Es bleibt abzuwarten inwiefern die guten Beispiele und Diskussionsbeiträge der Tagung in diese Strategie mit einfließen und damit hoffentlich zur Umsetzung kommen.

 

5. Alpenzustandsbericht

Der Demographische Wandel betrifft den gesamten Alpenraum; die verschiedenen Regionen jedoch in unterschiedlicher Ausprägung. Der 5. Alpenzustandsbericht der Alpenkonvention liefert umfassende Daten und Ergebnisse zu diesem Thema.