PlurAlps

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PlurAlps
Fest der Kulturen, Rankweil/A © Ingrid Ionian

Projektziel

Aktiv für eine bessere Lebensqualität in den Gemeinden im Alpenraum!

Projektlaufzeit: 2016 - 2019 (abgeschlossen)
Partner: Regional Development Vorarlberg, CIPRA International Lab GmbH, Regional Development Agency Upper Styria East GmbH, Community Network Alliance in the Alps, European Academy of Bozen, Piemont Region, Franco Demarchi Foundation, Urban Planning Institute of the Republic of Slovenia, Auvergne Rhone-Alps Region, Lucerne University of Applied Sciences and Arts
Förderung: Gesamtförderung: 2.700.000,00 EUR
Projektförderung AidA: 370.645,00 EUR
Themen: Demographischer Wandel , Integration
Fördergeber: Projektförderung AidA: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE): Interreg Alpenraumprogramm (85%), Deutsches Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (15%)
Mitglieder: Budoia/I, Kamnik/SL, Gaschurn/A, Aschau im Chiemgau/D, Les Belleville/F, Übersee/D, Eisenkappel-Vellach/A

Der Alpenraum durchlebt in den kommenden Jahren die kombinierten Herausforderungen durch eine alternde Bevölkerung und neue Migrationsmodelle. Daraus ergeben sich aber auch Möglichkeiten für soziale Innovation durch Vielfalt und einen bewusst verfolgten Pluralismus. Vor allem ländliche Regionen und Berggebiete brauchen neue Ansätze für eine gut verankerte Willkommenskultur. PlurAlps zielt darauf ab, Gemeinden, Unternehmen und die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung einer Willkommenskultur zu unterstützen und dadurch die Attraktivität und den sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum zu stärken.

Das Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“ arbeitete in diesem Projekt gemeinsam mit 10 Pilotgemeinden in 7 Alpenstaaten an der Entwicklung eines Instruments für die mittel- und langfristige Sozialplanung in Kommunen.

Informationen zum gesamten Projekt PlurAlps finden Sie unter: https://www.alpine-space.eu/projects/pluralps/en/home

 

 Das Sozialplanungsinstrument

Das Sozialplanungsinstrument (SPI) wurde entwickelt, um die Lebensqualität in Gemeinden zu bewerten und zu verbessern. Es besteht aus einem Prozess in der Gemeinde, einem Fragenkatalog in Form eines benutzerfreundlichen Online-Tools und einem Handbuch. Die Indikatoren, als Fragen formuliert, werden im Online-Tool beantwortet und mit breiter Beteiligung von Stakeholdern bewertet. Der Fokus liegt auf den zentralen Fragen: Welche Lebensqualität finden Bevölkerung sowie Zuwanderinnen und Zuwanderer vor? Wie lässt sich diese steigern? Welche Angebote in einer Gemeinde unterstützen eine rasche Integration aller Formen der Zuwanderung – von Binnenwanderung bis hin zur Fluchtmigration? Auf Basis dieser Analyse der Lebensqualität können Maßnahmen zur Verbesserung erarbeitet und umgesetzt werden. Um die Entwicklung und Trends ablesen zu können, ist es sinnvoll, den gesamten Prozess in Abständen von zwei bis fünf Jahren zu wiederholen

Herausforderungen in den Gemeinden

In Gemeinden gibt es eine Vielzahl von Dienstleistungen und Angeboten, die teilweise von den Kommunen selbst, aber auch von anderen Einrichtungen, Vereinen und Privatpersonen angeboten werden. Diese Anbieter sind meist untereinander nicht oder wenig vernetzt. Sehr oft gibt es auch keinen Überblick über die gesamte Palette und damit keine übersichtliche Darstellung für die Bevölkerung, beispielsweise auf der Website. Statt einer Abstimmung der Angebote und Nutzung von Synergien kommt es oft zu Doppelgleisigkeiten, die unter Umständen auch zusätzliche Kosten verursachen. Eine langfristige fachübergreifende Planung findet selten statt.

Nutzen des Pilotprojekts

In 10 Pilotgemeinden, verteilt über den gesamten Alpenraum, wurde die Lebensqualität evaluiert und bewertet. Darauf aufbauend wurden Aktionspläne mit Maßnahmen zur Verbesserung erarbeitet. Das SPI wurde weiterentwickelt und ist nach dem Projektende weiterhin verfügbar. Interessierte können sich bei der Geschäftsstelle melden.

Gewonnene Erkenntnisse

1. Begleitung durch externe BeraterInnen

Insbesondere für die Schulung im Gebrauch des Online Tools, die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen und die Moderation der lokalen Workshops wird externe Begleitung benötigt. Der Blick von außen auf die Gemeinde hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Externe BegleiterInnen können auch Beispiele von anderen Gemeinden aufzeigen und Kontakte vermitteln.

2. Verlinkung des Prozesses mit bereits laufenden oder geplanten anderen Prozessen

Durch die Nutzung von Synergien zwischen den Prozessen wird eine (vor allem zeitliche) Überlastung der Beteiligten vermieden. Bereits erarbeitete Ergebnisse können in die Analyse und Verbesserungsmaßnahmen einfließen.

3. Lebensqualität für alle

Die gesamte Bevölkerung muss berücksichtigt werden. Verbesserungsmaßnahmen, die nur einzelnen Gruppen zugutekommen, sind mögliche Konfliktquellen.

4. Beteiligung ist wesentlich

Um ein umfassendes Bild der gesamten Gemeinde zu erhalten ist in der Regel zu wenig Wissen in der Verwaltung einer Gemeinde vorhanden. Daher ist die Beteiligung der Bevölkerung, insbesondere wichtiger Stakeholder und Schlüsselpersonen, am gesamten Prozess wesentlich.

 

Weitere Informationen zum Sozialplanungsinstrument (SPI) finden Sie unter: https://www.regio-v.at/news/kompass-lebenswerte-gemeinden

 

https://www.youtube.com/watch?v=RhdUYmfsa0Y

Dieses Projekt ist kofinanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durch das Interreg Alpenraumprogramm: Projekt PlurAlps.

Außerdem werden 15% der Kosten vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) kofinanziert.