Karawanken und Alpenkonvention
Tainach/A © Peter Plaimer

Karawanken und Alpenkonvention

Am 13. Oktober hat Österreich den Vorsitz der Alpenkonvention für die nächsten zwei Jahre übernommen.

Aus diesem Grund fand am 21. Oktober 2016 in Südkärnten die erste Tagung unter Österreichischer Präsidentschaft mit dem Titel „Karawanken und Alpenkonvention – Chancen regionaler Entwicklung“ statt.

Das Bildungshaus Sodalitas organisierte gemeinsam mit der Alpenkonvention, dem Land Kärnten, der Europäischen Akademie in Bozen, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft, dem Ministerium für Umwelt und Raumplanung in Ljubljana, dem Bündnis Alpenkonvention Kärnten und der Allianzregion Südkärnten einen ganztägigen und grenzüberschreitenden Informationsaustausch zu den Schwerpunktthemen „demografischer Wandel“, „nachhaltiger Tourismus“, und „grünes Wirtschaften“.

Die Karawanken als Grenze zwischen Kärnten und Slowenien verbinden ein historisch gewachsenes Gebiet mit einer eng verflochtenen Kultur- und Sprachengeschichte, einer aufstrebenden Wirtschaftsentwicklung und einer gemeinsamen Ausrichtung auf den Naturtourismus. Beide Länder bekennen sich zu den Zielen der Alpenkonvention und erkennen die großen Möglichkeiten grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Aus diesem Grund diskutierten Experten, nationale und regionale Entscheidungsträger und Bürgermeister über Möglichkeiten wie Kooperationen zukünftig vertieft und verbessert werden können. Generalsekretär Reiterer sagte „Wir brauchen mehr Veranstaltungen wie diese in den Alpen, die Politik, Wissenschaft und Praxis sowie nationales und lokales Level verbinden um die wichtigsten Themen für die Region gemeinsam zu diskutieren. Das ist es, das die Alpenkonvention in die Praxis umsetzt.“

Die Vorträge erscheinen demnächst in Buchform in deutscher und slowenischer Sprache (siehe www.sodalitas.at). Der Vortrag von Peter Plaimer zum demografischen Wandel nimmt vor allem Bezug auf die notwendige horizontale Zusammenarbeit auf allen Ebenen wie es bei der Europäische Konferenz zur Ländlichen Entwicklung am 5. – 6. September 2016 in Cork/Irland eingefordert wurde (siehe Download). Erst die gewollte, gelebte und gegebenenfalls verordnete Horizontalvernetzung kann als Grundstein für eine nachhaltige Regionalentwicklung und als wirkungsvoller Ansatz gegen die ländliche Abwanderung dienen. Dem sektoralen Einzelkämpfertum muss auf Grund der dringenden Handlungsnotwenigkeit und zur Gewährleistung optimaler Ressourcenschonung ein Riegel vorgeschoben werden.

Schließlich ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich der demografische Wandel wieder umkehrt und die Stadtbevölkerung den ländlichen Raum suchen wird. Dann wird sich allerdings die Frage stellen, ob der ländliche Raum dafür die notwendigen Infrastrukturen noch bieten kann.

Im Bild von links nach rechts: Armin Schabus – Land Kärnten, Taja Ferjančič-Lakota – Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention, Markus Reiterer – Generalsekretär der Alpenkonention, Ewald Galle – Vorsitzender des Österreichischen Nationalen Komitees zur Alpenkonvention, Robert Unglaub – Bündnis Alpenkonvention Kärnten, Peter Plaimer – "Allianz in den Alpen" Region Südkärnten