Eine Zusammenarbeit, die Brücken über die Alpen schlägt
Les Belleville/F @ Allianz in den Alpen

Eine Zusammenarbeit, die Brücken über die Alpen schlägt

Gute Ideen sind ansteckend. Den Beweis liefern die CIPRA und «Allianz in den Alpen» mit ihrer langjährigen Zusammenarbeit. Diese regte so manche Gemeinde an, sich auf den Pfad der Nachhaltigkeit zu begeben. Darunter Les Belleville in den französischen Alpen.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende: Die französische Gemeinde Les Belleville erprobt in den nächsten drei Jahren ein Instrument zur Sozialplanung, um die Lebensqualität neuer EinwohnerInnen zu steigern und ihre Integration in das Gemeindeleben zu verbessern. So können Gemeinden zusammen mit Unternehmen und  Zivilgesellschaft dazu beitragen, Migration und kulturelle Vielfalt als Chancen zu nutzen und den sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum zu stärken. Die Pilotregion des Alpine-Space-Projekts PlurAlps ist eine Vorzeigegemeinde der Region Savoyen für nachhaltige Entwicklung.

Bereits 2009 war der Funke des energieeffizienten Bauens von Österreich nach Frankreich übergesprungen: VertreterInnen von Saint Martin de Belleville, wie die Gemeinde Les Belleville damals hiess, machten sich auf einer Exkursion in Vorarlberg kundig über Handwerk, Energiekennzahlen und Kreisläufe rund um den Holzbau. Zu Hause verwirklichten sie eine Kindertagesstätte nach Vorarlberger Vorbild und luden Nachbargemeinden ein, sich ein Bild davon zu machen. Auch Saint-Jean-d’Arvey hat sich von Vorarlberg anstecken lassen: 2012 weihte die savoyische Gemeinde ihr Gemeindezentrum ein, das alle Anforderungen an nachhaltiges Bauen erfüllt.

Les Belleville und Saint-Jean-d’Arvey sind nur zwei Beispiele für die fruchtbare Zusammenarbeit der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA und der «Allianz in den Alpen», einem Zusammenschluss von rund 300 Gemeinden. Die CIPRA wirkte bei deren Gründung 1997 als Geburtshelferin mit. Sei es das Projekt zum nachhaltigen Bauen MountEE, der Einsatz für mehr Jugendpartizipation in der Gemeinde im Rahmen von youTurn, die Förderung der alpinen Biodiversität rund um dynAlp nature oder das Migrationsprojekt PlurAlps – die Aktivitäten zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit über geografische, kulturelle und sektorale Grenzen ist.

Kräfte bündeln

Zum 20-jährigen-Jubiläum des Gemeindenetzwerks festigten die Vorstände und Geschäftsleitungen beider Organisationen ihre Zusammenarbeit mit einem «Memorandum of Understanding». Sie möchten den gegenseitigen Austausch weiter fördern, Ressourcen bündeln und mit vereinten Kräften mehr für den Alpenschutz erreichen. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für eine starke Rolle in der Alpenpolitik und ein lebendiges Netzwerk über geografische, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. «Allianz in den Alpen» feiert das Jubiläum an ihrer Fachtagung am 23. und 24. Juni 2017 in Budoia/I und wirft einen Blick zurück auf 20 Jahre Austausch und Engagement für die Alpen.

Ein weiteres Ziel ist die Erschliessung neuer Kooperationen und Themenfelder wie zum Beispiel im neuen Projekt PlurAlps zu Migration und Pluralismus im Alpenraum: Ein junger Städter sucht die Abgeschiedenheit der Alpen, eine Saisonarbeiterin erhält eine Anstellung in einem Bergrestaurant oder eine Familie findet eine neuen Heimat fernab von Krieg und Gewalt – Zuwandernde kommen auf unterschiedlichen Wegen durch und in die Alpen. Mit PlurAlps suchen «Allianz in den Alpen» und CIPRA International gemeinsam mit weiteren Projektpartnern nach Wegen und Lösungen, wie Gemeinden die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen und als Chancen nutzen können. Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung durch das Interreg-Alpenraumprogramm mitfinanziert.