proCURE erfolgreich abgeschlossen: Nachhaltige Beschaffung in Gemeinden stärken
Nach zweieinhalb intensiven Projektjahren ist proCURE erfolgreich abgeschlossen. Das Erasmus+ geförderte Projekt hatte ein klares Ziel: kleine und mittlere Gemeinden dabei zu unterstützen, nachhaltige öffentliche Beschaffung einfacher, praxisnäher und wirksamer umzusetzen. Denn Kommunen kaufen regelmäßig Waren und Dienstleistungen ein – von Büromaterial über Reinigungsprodukte bis hin zu Bau- und Dienstleistungen. Damit verfügen sie über einen wichtigen Hebel, um Klimaschutz, Ressourcenschonung, faire Arbeitsbedingungen und regionale Wertschöpfung konkret vor Ort zu fördern.
Gerade für kleinere Gemeinden ist nachhaltige Beschaffung jedoch oft mit Unsicherheiten verbunden: Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es? Wie können Nachhaltigkeitskriterien in Ausschreibungen aufgenommen werden? Welche Produkte oder Dienstleistungen eignen sich besonders? Und wie lässt sich das Thema trotz begrenzter personeller Ressourcen in den Verwaltungsalltag integrieren? Genau hier setzte proCURE an. Das Projekt entwickelte praxisnahe Materialien, Schulungsformate und Werkzeuge, die Verwaltungsmitarbeitende Schritt für Schritt unterstützen.
Rückblick auf zweieinhalb Jahre Zusammenarbeit
Seit dem Start im November 2023 arbeiteten fünf Partnerorganisationen aus Deutschland, Österreich, Italien und Slowenien gemeinsam daran, nachhaltige Beschaffung für Gemeinden greifbarer zu machen: das Gemeindenetzwerk Allianz in den Alpen als Projektkoordination, agado, das Interdisziplinäre Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur Graz, die Fondazione Ecosistemi und das Urban Planning Institute of the Republic of Slovenia. Gemeinsam wurden Erfahrungen aus verschiedenen Ländern zusammengeführt, Bedarfe kleiner und mittlerer Kommunen analysiert und daraus konkrete Hilfsmittel entwickelt.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war der Austausch mit Gemeinden, Fachleuten und Multiplikator:innen. In Fokusgruppen, Workshops und Webinaren wurden Herausforderungen aus der kommunalen Praxis gesammelt und Lösungsansätze diskutiert. Daraus entstanden Materialien, die nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern direkt im Arbeitsalltag genutzt werden können.
Was im Projekt erarbeitet wurde
Im Laufe des Projekts wurde ein umfassendes Set an Materialien entwickelt. Dazu gehören Unterlagen und Hilfsmittel für Gemeinden, die bei der Einführung und Umsetzung nachhaltiger Beschaffung unterstützen. Sie bieten Orientierung zu Grundlagen, rechtlichen Fragen, Nachhaltigkeitskriterien und konkreten Umsetzungsschritten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der gemeinsamen Beschaffung von Kommunen. Der neu erarbeitete Leitfaden zeigt, wie Gemeinden ihre Bedarfe bündeln, Ressourcen teilen und gemeinsam nachhaltiger sowie effizienter einkaufen können. Gerade kleinere Gemeinden profitieren davon: Sie können Verwaltungsaufwand reduzieren, Fachwissen bündeln, bessere Vertragsbedingungen erzielen und ihre Nachfrage am Markt stärker sichtbar machen.
Darüber hinaus entstand ein Curriculum für Verwaltungsschulen, das nachhaltige öffentliche Beschaffung bereits in die Ausbildung zukünftiger Verwaltungsmitarbeitender integriert. So wird das Thema langfristig in der kommunalen Verwaltung verankert. Ergänzend wurde ein Train-the-Trainer-Kurs für Multiplikator:innen und externe Expert:innen entwickelt, damit Schulungen zur nachhaltigen Beschaffung auch über das Projekt hinaus weitergegeben und lokal angepasst werden können.
Mehrwert für Gemeinden und Verwaltungsmitarbeitende
Der größte Mehrwert von proCURE liegt in der praktischen Anwendbarkeit. Die entwickelten Materialien helfen Gemeinden, nachhaltige Beschaffung nicht als zusätzliche Belastung zu verstehen, sondern als Chance: für mehr Qualität, langfristige Wirtschaftlichkeit, rechtliche Sicherheit und eine stärkere Ausrichtung kommunalen Handelns an Nachhaltigkeitszielen.
Verwaltungsmitarbeitende erhalten konkrete Werkzeuge, Vorlagen und Orientierungshilfen, die Unsicherheiten abbauen und den Einstieg erleichtern. Gemeinden können die Materialien flexibel nutzen – als Nachschlagewerk, als Grundlage für interne Schulungen, zur Vorbereitung einzelner Ausschreibungen oder als Ausgangspunkt für gemeinsame Beschaffung mit Nachbarkommunen.
Mit dem Projektabschluss stehen nun vielfältige Inhalte zur Verfügung, die Gemeinden, Verwaltungsschulen und Multiplikator:innen dauerhaft nutzen können. proCURE zeigt: Nachhaltige Beschaffung muss nicht kompliziert sein. Mit dem richtigen Wissen, passenden Werkzeugen und Zusammenarbeit zwischen Gemeinden kann sie zu einem wirkungsvollen Instrument für nachhaltige Entwicklung im Alpenraum und darüber hinaus werden.